Das Porträt rechts zeigt einen hohen Beamten in Staatsrobe auf einem Stuhl mit Seidenbehang sitzend. Das im Stile der chinesischen Ming-Dynastie (1368-1644) geschnittene, rote Beamtengewand für zeremonielle Anlässe trägt ein Rangabzeichen, das mit Gold appliziert ist. Zur Entstehungszeit des Bildes entsprachen die neun Beamtenränge in Korea denen in China. Die beiden in Wolken schwebenden Pfauen zeigen, daß der Dargestellte ein Zivilbeamter im dritthöchsten Rang war. Auch der Hut und der Gürtel mit Jade-Applikationen sind Statussymbole hoher Beamter. Während die formelhaft von Hofmalern für den Ahnenkult angefertigte Sitzfigur typisiert ist, trägt das Gesicht individuelle Züge. Entsprechend der konfuzianischen Anschauung hatte das Ahnenporträt als Vorbild für künftige Generationen eine ethisch-didaktische Funktion. Die lebendige Präsenz des Dargestellten zeugt vom hohen Niveau der koreanischen Porträtmalerei der Choson-Periode.
Die in Korea beliebten Kannen in der Form eines Flaschenkürbis (Kalebasse) wurden für Wein, Tee oder heißes Wasser benutzt. Der Gefäßtyp geht auf chinesische Vorbilder der Tang-Dynastie (618-906) zurück, die koreanischen Kannen sind aber meistens schlanker und eleganter. Die Kalebassenform wird in der ostasiatischen Tradition mit dem Streben nach Unsterblichkeit assoziiert. Die Kanne hat einen kleinen Deckel, dessen Glasur feine Risse (Craquelee) aufweist. Der Dekor, bestehend aus Lotosblütenzweigen und Lotosblättern, ist unter der Seladonglasur eingeritzt. Die Mündung der Tülle wurde mit Goldlack restauriert.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © RBA Köln Ferner liegen einige Bildrechte bei der VG Bild-Kunst Bonn.
