Die chinesischen Sakralbronzen wurden für den Ahnenkult hergestellt. Sie dienten dazu, den Ahnengeistern bei den Ritualen im Ahnentempel oder bei Begräbniszeremonien Speise- und Trankopfer darzubringen. Einerseits sollten sie eine gute Aufnahme des Verstorbenen im Totenreich bewirken, andererseits die Ahnengeister befrieden und ihren wohlwollenden Beistand für die Belange der Lebenden sichern. Das monumentale Weingefäß hat eine gleichmäßig grüne Patina und zeigt auf seinen euterförmigen Beinen je eine Taotie-Maske vor einem Hintergrund aus dichten Spiralmustern (Leiwen). Auch das schmale Dekorband am Halsring wird von drei Monstermasken beherrscht. Die Dekorfelder sind mit schwarzem Pigment ausgerieben, wodurch das Relief besonders deutlich zur Geltung kommt. Die Gefäßform geht auf Prototypen neolithischer Keramik zurück, insbesondere die euterförmigen Beine, die charakteristisch für Gefäße sind, die man zum Wärmen von Speisen oder Wein ins Feuer stellte.
Die Funktion der verzierten hutförmigen Aufsätze ist nicht geklärt. Der Henkel besteht aus einer hohlen, rundplastisch gearbeiteten Tiermaske. Er wurde zusammen mit dem Gefäßkörper in einem aus sechs Teilen bestehenden Tonmodel gegossen. Dieses Jia stellt ein gußtechnisches Meisterwerk von einzigartiger Qualität dar.
Das Gefäß mit viereckigem Grundriß diente zur Aufbewahrung von Wein. Korpus und Deckel zeigen plastisch ausgeformte Eulen, deren kreisrunde Augen besonders auffallen. Die beiderseits ausgebreiteten Flügel erwecken den Eindruck, als befände sich die Eule im Anflug. In der Wiedergabe der Eulen zeigt sich ein lebhaftes Interesse an der Darstellung real existierender Tiere, die zwar stilisiert, aber keinesfalls schematisiert erscheinen.
Soweit nicht anders ausgewiesen: Fotos: © RBA Köln Ferner liegen einige Bildrechte bei der VG Bild-Kunst Bonn.
